EcoAgri – Umweltleistungen als Betriebszweig

Das Projekt: 

EcoAgri – Umweltleistungen als Betriebszweig

Land- und Forstwirtschaft stehen heute vor großen Herausforderungen. Steigende Produktionskosten, volatile Märkte sowie die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels treffen Betriebe unmittelbar. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche Anspruch an Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Landnutzung.
Das EIP-Projekt EcoAgri setzt genau hier an.

Ausgangslage: Das Trilemma der Land- und Forstwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen:

  • Ernährungssicherung und Rohstoffbereitstellung
  • Klimaschutz
  • Erhalt und Förderung der Biodiversität

Dieses sogenannte Trilemma der Land- und Forstwirtschaft macht deutlich, dass neue Lösungsansätze notwendig sind, um ökologische Anforderungen mit ökonomischer Tragfähigkeit zu verbinden.

Gleichzeitig stehen Unternehmen zunehmend unter Druck, sich für Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz zu engagieren – insbesondere durch die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Zahlreiche Unternehmen verfügen jedoch weder über geeignete Strategien noch über glaubwürdige regionale Investitionsmöglichkeiten.

EcoAgri verbindet diese beiden Seiten.

Ziel des Projekts

Ziel von EcoAgri ist die Inwertsetzung von Ökosystemleistungen aus Land- und Forstwirtschaft.

Ökosystemleistungen sollen:

  • marktwirtschaftlich vergütet werden,
  • zur Erhöhung der Biodiversität beitragen,
  • Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung ermöglichen,
  • und als eigenständiger Betriebszweig in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben etabliert werden.

Dadurch können Betriebe ihre Einkommensgrundlage diversifizieren und ihre ökonomische und ökologische Resilienz stärken.

Warum EcoAgri notwendig ist

Viele Land- und Forstbetriebe möchten einen Beitrag zur Stabilisierung von Ökosystemen leisten. Gleichzeitig werden Umweltmaßnahmen mit staatlicher Förderung häufig als:

  • aufwendig,
  • bürokratisch,
  • und ökonomisch herausfordernd

wahrgenommen.

Der Ansatz von EcoAgri

Im Projekt wird ein System entwickelt und erprobt, das:

  • die Beteiligung der Privatwirtschaft ermöglicht,
  • ökosystemfördernde Maßnahmen rentabel finanziert,
  • und Land- und Forstwirte mit Unternehmen zusammenbringt.

Beispiele für umsetzbare Maßnahmen sind unter anderem:

  • produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen,
  • Heckenstrukturen,
  • Agroforstsysteme,
  • Buntbrachen.

 

Digitale Unterstützung

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Digitalisierung von Planung, Dokumentation und Bewertung von Ökosystemleistungen.

Digitale Tools sollen dabei unterstützen:

  • Maßnahmen ökologisch und ökonomisch sinnvoll zu planen,
  • Biodiversität zu bewerten und zu monitoren,
  • den geschaffenen Ökosystemwert zu quantifizieren,
  • und diesen öffentlich sichtbar zu machen.

So können Umweltmaßnahmen künftig auch in der intensiv genutzten Normallandschaft umgesetzt werden – selbst dort, wo persönliche Beratung an ihre Grenzen stößt.

Regionale Wirkung und Perspektive

Das Projektgebiet liegt in Ostwestfalen-Lippe.
Hier sollen Land- und Forstbetriebe als „First Mover“ neue Wege erproben und langfristig zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung beitragen.

Langfristig ist vorgesehen, die entwickelten Instrumente und Erkenntnisse auf weitere Regionen in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa zu übertragen.

Projektflyer 

EcoAgri als Beitrag zur Lösung der Klima- und Biodiversitätskrise

EcoAgri verfolgt das übergeordnete Ziel, gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur Lösung der Arten- und Klimakrise zu leisten.

Durch die Verbindung von:

  • Landwirtschaft,
  • Digitalisierung,
  • Wissenschaft,
  • und Privatwirtschaft

entsteht ein innovativer Ansatz, um Umweltleistungen dauerhaft in die land- und forstwirtschaftliche Praxis zu integriere

Ansprechpartner

Sven Heinrich

B.Sc. in ökologische Landwirtschaft

Tel.: 05221 34204-23
heinrich[at]kulturlandschaft.nrw

Projektpartner

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft

Hauptgeschäftsstelle

Münster

Schorlemerstraße 11
48143 Münster
Tel.: 0251 / 4175 147
info[at]kulturlandschaft.nrw

Geschäftsstelle Herford

Auf der Helle 16
32052 Herford
Tel.: 05221 / 34204.46

Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft wurde vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband e.V. gegründet, um gemeinsam mit Naturschutz und Landwirtschaft neue Wege zur Bewahrung und Entwicklung der Kulturlandschaft in Westfalen-Lippe zu gehen.